Vereinigung zur Verhütung von Verkehrsunfällen: Entscheidungen der Behörden verstärken die Verwirrung und untergraben die Verkehrssicherheit
Die Trafik Kazalarını Önleme Derneği (TKÖD) veröffentlichte eine scharfe Stellungnahme und bezeichnete die Verkehrssicherheitslage als eines der drängendsten Probleme des Landes. Nach Ansicht der Organisation erfordern die Zahl der Todesfälle, Verletzten und materiellen Schäden bei Verkehrsunfällen keinen Flickenteppich an Maßnahmen, sondern einen umfassenden und wissenschaftlich fundierten Ansatz.
Der Verband ist der Auffassung, dass die jüngsten Erklärungen und Maßnahmen der Behörden in der Gesellschaft zunehmend Fragen und Besorgnis hervorrufen. Insbesondere die Aufrufe zu „Nachsicht“ bei Verstößen im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer sowie widersprüchliche Aussagen zu Bußgeldern aus Geschwindigkeitskameras wurden kritisiert.
Nach Angaben der TKÖD ist unter den Fahrern erhebliche Verwirrung entstanden:
— es ist unklar, welche Kameras in Betrieb sind und welche ersetzt werden sollen;
— es besteht kein klares Verständnis darüber, wann und wie genau Bußgelder verhängt werden;
— die Entscheidung über einen möglichen Erlass von Bußgeldern der letzten vier Monate sowie Aussagen über die Nichtvollstreckung eines Teils der Strafen auf Straßen mit einem Tempolimit von 50 km/h bleiben unzureichend erläutert.
Die Organisation betonte, dass das Ausbleiben einer zeitnahen Einziehung von Bußgeldern über fast drei Jahre deren abschreckende Wirkung geschwächt und das Vertrauen in das Kontrollsystem untergraben habe. Zudem seien die Einnahmen aus Bußgeldern nicht zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur und zur Ausstattung der Polizei verwendet worden.
Obwohl die Idee gestaffelter Bußgelder als Schritt in die richtige Richtung bewertet wurde, stellt TKÖD fest, dass Strafen allein nicht ausreichen. Der Verband schlägt vor, nach dem Vorbild des Vereinigten Königreichs eine verpflichtende Nachschulung für Verkehrssünder einzuführen, mit der Möglichkeit, Strafpunkte nach Absolvierung von Kursen zu löschen.
Hierfür könne nach Ansicht der Experten der Verkehrsausbildungspark KKTCELL genutzt werden, der dem Verkehrsministerium untersteht.
In der Erklärung werden zudem Faktoren aufgeführt, die weiterhin die Verkehrssicherheit gefährden:
- veraltete Lehrpläne der Fahrschulen und das Fehlen einer schriftlichen Führerscheinprüfung;
- eine Anhebung des zulässigen Alters von Bussen und Fahrern schwerer Fahrzeuge;
- abgenutzte Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen;
- die Zulassung von Fahrzeugen auf dem Markt ohne vollständige Importverfahren und Altersbeschränkungen.
Gesonderte Kritik richtete sich gegen das langsame Vorgehen der Behörden beim Problem der Takata-Airbags. TKÖD ist der Ansicht, dass die Verantwortung weitgehend auf die Fahrzeughalter abgewälzt wurde, während staatliche Stellen gefährliche Fahrzeuge selbst anhand der Fahrgestellnummer identifizieren könnten.
Der Verband forderte die Behörden auf, auf Entscheidungen zu verzichten, die die Unsicherheit erhöhen, und sich auf die Umsetzung wissenschaftlich fundierter Maßnahmen zu konzentrieren, bei denen der Schutz menschlichen Lebens Vorrang vor kurzfristigen oder politischen Schritten hat.
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