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Kostenlose Spiele auf Steam entpuppten sich als Falle: Betrüger stahlen 220.000 Dollar

19.07.2026 / 12:50
Nachrichtenkategorie

Die Liebe zu kostenlosen Spielen führte für Tausende Steam-Nutzer zu großen Verlusten. Eine Gruppe von Cyberkriminellen stellte Spiele mit integrierter Schadsoftware auf der Plattform bereit, die nach der Installation unbemerkt persönliche Daten der Computerbesitzer sammelte und Zugriff auf deren Kryptowährungs-Wallets erhielt.

Den Ermittlungen zufolge war die Masche fast zwei Jahre lang aktiv. In dieser Zeit veröffentlichten die Betrüger mindestens acht Spiele, darunter BlockBlasters, PirateFi, Chemia, Lunara, Dashverse, Lampy und Tokenova. Auf den ersten Blick handelte es sich um gewöhnliche Indie-Projekte, doch zusammen mit dem Spiel wurde ein Krypto-Stealer auf dem Computer installiert — ein Virus, der Passwörter, Browserdaten, Dateien mit gespeicherten Zugangsdaten und Informationen über Kryptowährungs-Wallets stiehlt.

Nach der Infektion begann das Gerät, die gesammelten Daten unbemerkt an die Täter zu übermitteln. Entdeckte der Virus Zugriffsmöglichkeiten auf Kryptowährungs-Wallets, wurden die Gelder schnell auf von den Kriminellen kontrollierte Adressen transferiert. Im Laufe der Zeit wurden etwa 8.000 Computer infiziert und mindestens 80 Krypto-Wallets gehackt. Der Gesamtwert der gestohlenen Kryptowährungen überstieg 220.000 Dollar.

Um die Spiele zu verbreiten, nutzten die Täter nicht nur Steam, sondern warben auch aktiv auf Discord, Telegram, X und LinkedIn für ihre Projekte. Damit versuchten sie, den Eindruck vielversprechender unabhängiger Neuerscheinungen zu erwecken. Einige Spiele wurden von Hunderten Nutzern heruntergeladen, bevor Cybersicherheitsexperten auf die verdächtigen Aktivitäten aufmerksam wurden.

Eines der bekanntesten Spiele war BlockBlasters. Es sorgte erstmals für große öffentliche Aufmerksamkeit, nachdem ein Nutzer kurz nach der Installation Zehntausende Dollar in Kryptowährung verloren hatte. Nach mehreren Beschwerden wurde das Spiel aus Steam entfernt. Die Ermittlungen führten schließlich zu den Organisatoren der Masche.

Experten betonen, dass dieser Fall eines der anschaulichsten Beispiele dafür ist, wie Kriminelle beliebte Spieleplattformen zur Verbreitung von Schadsoftware nutzen. Trotz bestehender Prüfsysteme lässt sich das Auftauchen solcher Anwendungen nicht vollständig verhindern. Daher wird Nutzern empfohlen, mit wenig bekannten kostenlosen Spielen vorsichtig umzugehen, Bewertungen und den Ruf der Entwickler zu prüfen und keine Zugangsdaten zu Krypto-Wallets auf Geräten zu speichern, die für die Installation verdächtiger Software verwendet werden.

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