Ökonom warnt: Politische Krise in der Türkei könnte die Wirtschaft der TRNZ direkt treffen
Der Ökonom E. Okandan erklärte, dass eine mögliche politische Krise in der Türkei aufgrund der engen Abhängigkeit der Wirtschaft der TRNZ von der türkischen Lira schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die TRNZ haben könnte.
Nach Angaben von Okandan wirken sich politische Ereignisse in der Türkei zwar nicht direkt auf das innere Verwaltungssystem aus, doch die Währungsabhängigkeit mache die Wirtschaft der TRNZ äußerst anfällig für externe Schocks. Jede Abschwächung der türkischen Lira, betonte er, spiegele sich unmittelbar in der Inflation, den Importkosten und dem Lebensstandard der Bevölkerung wider.
Der Ökonom stellte fest, dass mögliche politische Turbulenzen in der Türkei den Druck auf den Devisenmarkt verstärken, einen Anstieg der Inflation auslösen und die Kreditkosten erhöhen könnten. Er wies außerdem darauf hin, dass die begrenzten Devisenreserven und mögliche Interventionen der Zentralbank der Türkei für eine langfristige Stabilisierung des Wechselkurses unzureichend sein könnten.
Besondere Aufmerksamkeit widmete Okandan den Risiken für die öffentlichen Finanzen der TRNZ. Seinen Worten zufolge kann der Rückgang des realen Werts von Einnahmen und Sozialleistungen vor dem Hintergrund einer Entwertung der Währung den Haushaltsdruck erhöhen, selbst bei einem formalen Anstieg der Steuereinnahmen.
Er warnte auch vor möglichen Folgen für den Bankensektor, darunter Liquiditätsengpässe, steigende Zinssätze und eine zunehmende Nachfrage der Einleger nach Fremdwährungen. Dies könne wiederum das Vertrauen in die türkische Lira schwächen und Haushalte sowie Unternehmen treffen.
Separat wies der Ökonom auf die Risiken eines Rückgangs der Investitionstätigkeit in den Sektoren Immobilien und Tourismus sowie auf eine mögliche Verringerung externer Finanzströme hin.
«Die Wirtschaft Nordzyperns hat eine Struktur, die politische Krisen aus der Türkei automatisch importiert», — betonte Okandan und fügte hinzu, dass unter Bedingungen der Instabilität die Wahrscheinlichkeit eines verstärkten Inflationsdrucks und einer Wiederaufnahme der Debatte über alternative Währungsmechanismen steigt.
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