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Ein Tausch von Varosha gegen Flüge vom Flughafen Ercan droht, den Norden Zyperns zu „taiwanisieren“

25.06.2026 / 03:17
Nachrichtenkategorie

Ein möglicher Tausch der gesperrten Zone Varosha gegen die Öffnung des Flughafens Ercan für internationale Flüge und Direkthandel könnte den Prozess zur Beilegung der Zypernfrage auf lange Zeit einfrieren und zu einer „Taiwanisierung“ des nördlichen Teils der Insel führen. Diese Ansicht äußerte Ozdil Nami, der zuvor Ämter als politischer Vertreter der türkisch-zyprischen Gemeinschaft und als ehemaliger Unterhändler innehatte. Seiner Einschätzung nach würde die Umsetzung eines solchen Szenarios im Rahmen der laufenden Konsultationen unter der Schirmherrschaft der UNO den Parteien den Anreiz nehmen, eine umfassende Einigung zu erzielen, da eine der zentralen territorialen Fragen außerhalb der Gesamtverhandlungen gelöst würde, was zu einer langfristigen Verfestigung des Status quo und zur Isolation der Region führen würde.

Die Idee eines Tauschgeschäfts wird vor dem Hintergrund der Mission der UN-Sondergesandten des Generalsekretärs, Maria Angela Holguin, diskutiert. Bereits 2022 wurden ähnliche Initiativen zur Übergabe von Varosha und des Flughafens unter Verwaltung der UNO von der damaligen Führung der griechisch-zyprischen Gemeinschaft geäußert, jedoch von dem Führer der türkischen Zyprioten, Ersin Tatar, abgelehnt. Ozdil Nami ist der Ansicht, dass die derzeitige Sackgasse durch eine methodische Lücke verursacht wird — das Fehlen einer klaren Verhandlungsstruktur, deren Vorbild er den Annan-Plan von 2004 nannte. Nach Ansicht des Politikers würde ein hypothetischer teilweiser Tausch ohne Änderung des allgemeinen politischen Status der Gebiete einen Präzedenzfall schaffen, der der Lage Taiwans ähnelt, das über wirtschaftliche Beziehungen verfügt, aber international nur äußerst eingeschränkt anerkannt ist.

Derzeit wird die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern offiziell nur von Ankara anerkannt, während die internationale Gemeinschaft und die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats (einschließlich der Resolution Nr. 541) den nördlichen Teil der Insel als Gebiet der Republik Zypern betrachten. Trotz einzelner historischer Signale einer möglichen Unterstützung durch Bangladesch, Gambia oder Aserbaidschan ist es zu keiner offiziellen diplomatischen Anerkennung durch diese Staaten gekommen, und die Region bleibt in tiefgreifender wirtschaftlicher und politischer Abhängigkeit von der Türkei. Der Versuch, Zwischenlösungen des Austauschs anzuwenden, würde nach Ansicht Nami die Aussicht auf eine vollständige Wiedervereinigung der Insel nur weiter hinauszögern.

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