Die versunkene Stadt der Türkei 27 Jahre später erneut auf Video zu sehen
27 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei tauchten Taucher vor der Küste von Değirmendere im Bezirk Gölcük erneut unter Wasser und filmten, was von der einstigen Stadt übrig geblieben ist. Unter der Wasseroberfläche des Marmarameers liegen bis heute Gebäudefragmente, Straßenlaternen, Elemente eines Teegartens und andere Gegenstände, die sich einst am Ufer befanden.
Am 17. August 1999 wurde ein Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 7,4 zu einer der größten Katastrophen in der modernen Geschichte der Türkei. Besonders schwer betroffen war der Bezirk Gölcük. In Değirmendere sank ein Teil des Küstengebiets buchstäblich ins Meer, und die dort befindlichen Gebäude wurden unter Wasser gesetzt. Untersuchungen zu den Folgen des Erdbebens zeigen, dass das Meer aufgrund der Absenkung der Küstenzone stellenweise mehrere hundert Meter ins Landesinnere vordrang.
Heute wird der versunkene Abschnitt als „Unterwasserstadt“ bezeichnet. Türkischen Medien zufolge liegt er etwa 180 Meter von der heutigen Uferlinie entfernt, während sich die Überreste der Objekte in einer Tiefe von 18 bis 55 Metern befinden. Zu ihnen gehören entwurzelte Platanen, Laternen, Sonnenschirme eines Teegartens und Verkaufsstände.
Diesmal machten sich Taucher der Feuerwehr der Stadtverwaltung von Kocaeli auf den Weg zur Tauchstelle. Sie dokumentierten erneut die unter Wasser erhalten gebliebenen Konstruktionen und Gegenstände, die nach der Katastrophe zurückgeblieben waren. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Ort jedoch stark verändert: Die versunkenen Konstruktionen sind zu einem Teil des Unterwasserökosystems geworden, und um sie herum haben sich Meeresorganismen angesiedelt.
Besonders beeindruckend ist, dass man unter Wasser bis heute Spuren des gewöhnlichen Lebens der Menschen sehen kann, das hier vor dem Erdbeben existierte. Der Teegarten, die Bäume, Bauelemente und andere Gegenstände wurden zu einer Art Zeitkapsel – nun erinnern sie daran, wie stark sich eine ganze Stadt innerhalb weniger Sekunden verändern kann.
27 Jahre später bleibt die „Unterwasserstadt“ von Değirmendere eines der anschaulichsten Zeugnisse der Stärke des Erdbebens von 1999: Die Katastrophe veränderte nicht nur Gebäude und das Leben der Menschen, sondern auch das Ufer des Marmarameers selbst.
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