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Ohne Visum in die USA? Zypern ist auf der Zielgeraden

20.07.2026 / 10:11
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Zypern hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Beitritt zum amerikanischen Programm für visumfreies Reisen (Visa Waiver Program, VWP) gemacht. Eine Delegation des US-Heimatschutzministeriums ist zu einem zweitägigen Besuch auf der Insel eingetroffen. Angeführt wird sie vom stellvertretenden Minister für Strategie, Politik und Planung, Rob Low. Das Hauptziel besteht darin, zu bewerten, inwieweit die Republik bereit ist, die letzten Anforderungen Washingtons zu erfüllen.

Für die Einwohner der Insel ist dies nicht nur ein weiterer diplomatischer Besuch. Wenn der Prozess erfolgreich abgeschlossen wird, werden Reisen in die USA schneller, günstiger und ohne Visum möglich sein.

Die Visafreiheit wurde bereits im vergangenen Jahr versprochen. Warum gibt es sie noch immer nicht?

Über einen Beitritt Zyperns zum Programm wurde bereits 2019 gesprochen, doch konkrete Fortschritte gab es erst im Sommer 2024. Damals unterzeichneten Nikosia und Washington ein Abkommen über den Austausch von Fluggastdaten, das vom Parlament zügig ratifiziert wurde. Die Behörden hofften, die visumfreie Einreise bereits Anfang 2025 einzuführen, doch der Zeitplan verschob sich unerwartet — ohne offizielle Erklärung.

Während des aktuellen Besuchs erörterte die amerikanische Delegation mit zyprischen Regierungsvertretern die Grenzsicherheit, die Bekämpfung illegaler Migration und die weitere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.

Was steht Zypern noch vom visumfreien Reisen ab?

Die wichtigsten Anforderungen der USA hat die Republik bereits erfüllt. Die Ablehnungsquote bei US-Visa liegt bei lediglich etwa 2,16% — deutlich unter dem zulässigen Schwellenwert von 3%. Im Land werden biometrische Pässe ausgestellt, Fluggastdaten (PNR) an amerikanische Behörden übermittelt und gemeinsame Anti-Terror-Übungen regelmäßig durchgeführt.

Nun muss noch das Abkommen über den Einsatz amerikanischer Air Marshals auf Flügen in die USA abgeschlossen werden — bewaffneter Bundesagenten, die für die Sicherheit an Bord sorgen — und es müssen Garantien zum Schutz personenbezogener Daten vereinbart werden.

Anschließend wird das US-Heimatschutzministerium die Flughäfen, Seehäfen und das Passausstellungssystem überprüfen. Wenn die Prüfung erfolgreich abgeschlossen wird, bleibt nur noch ein formales Verfahren: die Benachrichtigung des Kongresses und die Veröffentlichung der endgültigen Entscheidung. In der Regel dauert dies noch einige Monate.

Was wird sich für Zyprer ändern?

Derzeit benötigen Bürger Zyperns für eine Reise in die USA ein B-1/B-2-Visum. Dafür müssen sie eine Konsulargebühr bezahlen, einen Termin für ein Gespräch vereinbaren und auf die Entscheidung warten.

Nach dem Beitritt zum Programm wird es durch die elektronische ESTA-Reisegenehmigung ersetzt, die bereits von Bürgern der meisten EU-Länder genutzt wird. Dadurch lassen sich rund 160 Euro sparen, und Reisende müssen nicht mehr mehrere Wochen auf eine Entscheidung warten.

Nach Angaben der US-Botschaft wird der Antrag Zyperns weiterhin geprüft. Wenn die abschließenden Kontrollen ohne weitere Verzögerungen abgeschlossen werden, könnte die jahrelange Geschichte der US-Visa für Zyprer bereits in naher Zukunft enden.

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