Cyprus, Nicosia

Eine Tagesprügelei in Larnaka deckte ein Erpressungsnetz mit „Schutzgeld“-System auf

18.01.2026 / 16:37
Nachrichtenkategorie

Die Untersuchung eines gewalttätigen Zusammenstoßes, der tagsüber auf der Grigori-Afxentiou-Allee in Larnaka stattfand, führte die Polizei zu einem großen kriminellen Netzwerk, das Laden- und Nachtclubbesitzer erpresste.

Nach Angaben der Ermittler brach der Konflikt aus, nachdem ein griechisch-zypriotischer Unternehmer sich geweigert hatte, „Schutzgeld“ an eine organisierte Gruppe zu zahlen. Zwei Wochen zuvor hatte er einen Anruf mit der Forderung erhalten, einmalig 7.000 € sowie anschließend monatlich 1.000 € zu zahlen. Nach der Weigerung begannen Drohungen.

Am Samstagnachmittag kam ein Mann arabischer Herkunft in das Geschäft des Unternehmers, wo es zu einem Streit kam. Später eskalierte der Konflikt in der Nähe eines Fast-Food-Restaurants zu Messerbedrohungen. Minuten später trafen mehrere Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit ein, aus denen etwa 20 Personen ausstiegen und begannen, den Ladenbesitzer zu schlagen.

Der Unternehmer sowie ein Verwandter und zwei Freunde leisteten Widerstand mit Äxten, Eisenstangen und Schlagstöcken. Während der Massenschlägerei gaben Mitglieder der Bande zwei Schüsse aus einer Schusswaffe in einem belebten Bereich ab. Glücklicherweise wurde niemand von den Kugeln getroffen.

Die Ermittlungen ergaben, dass die mutmaßliche Gruppe ihren Einfluss in Larnaka aktiv ausbaute. Eine Woche vor dem Vorfall versuchte ein 48-jähriger Zypriot, der als Anführer der Bande gilt und sich derzeit in achttägiger Untersuchungshaft befindet, zusammen mit 15 Komplizen gewaltsam die Kontrolle über den Sicherheitsdienst eines Nachtclubs zu übernehmen — erfolglos. Bereits am nächsten Tag gelang es ihnen, einem anderen Lokal ein „Abkommen“ aufzuzwingen.

Laut Polizei funktionierte das Schema wie folgt: Den Eigentümern wurden Sicherheitskräfte zu 80 € pro Person aufgezwungen, wovon 30 € an die Kriminellen gingen, während die Wachleute selbst nur 50 € erhielten. Zudem wird derselbe 48-Jährige verdächtigt, einen EU-Bürger in Pyla einen Tag vor den Ereignissen in Larnaka brutal misshandelt zu haben — ebenfalls im Rahmen von Erpressung.

Trotz umfangreicher Vorstrafen und einer kürzlichen Freilassung gegen Kaution in anderen schweren Fällen setzte der Verdächtige seine Führungsrolle innerhalb der Bande fort.

Die Polizei fahndet nach drei Ausländern arabischer Herkunft im Alter von 35, 26 und 20 Jahren, die als Schlüsselfiguren der Bande gelten. Bei einer Razzia in einer Wohnung wurden drei Palästinenser festgenommen — bei ihnen wurden acht 9-mm-Militärpatronen gefunden. Zwei befinden sich weiterhin in Haft, der dritte wurde mangels Zusammenhangs mit dem Fall freigelassen.

Am Tatort stellten Ermittler ein Fahrzeug sowie zwei abgefeuerte Patronenhülsen sicher, vermutlich von einer Pistole. Die Ermittlungen dauern an, die Polizei identifiziert alle Beteiligten des Angriffs.

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