Cyprus, Nicosia

Umweltkatastrophe: Zahl der Flamingos am Akrotiri-Salzsee von 13.000 auf 47 gesunken

29.01.2026 / 18:20
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Eines der wichtigsten Feuchtgebiete Zyperns — der Akrotiri-Salzsee — steht am Rande eines ökologischen Zusammenbruchs. Laut einer Sitzung des parlamentarischen Umweltausschusses wurden in diesem Monat nur 47 Flamingos am See gezählt, während in den Vorjahren bis zu 13.000 registriert wurden.

Die alarmierenden Daten wurden vom Jagd- und Faunadienst präsentiert. Der leitende Mitarbeiter Nikos Kasinis erklärte, dass der starke Rückgang der Population auf die Verschlechterung der Wasserqualität und den zunehmenden Entwicklungsdruck in der Region zurückzuführen sei. Eine ähnliche Situation zeigt sich am Makria-See, der zusammen mit Akrotiri zu den Ramsar-Schutzgebieten gehört und früher bis zu 2 % aller erfassten Vögel auf Zypern beherbergte.

Umweltorganisationen BirdLife Cyprus und Terra Cypria erklärten, dass das Ökosystem faktisch nicht mehr funktioniert: Das Wasser ist für das Überleben der Vögel nicht mehr geeignet. Während Trockenperioden tritt plötzlich Wasser im See auf, was Experten zufolge auf verschmutzte Zuflüsse hinweist.

Der Bürgermeister von Curium, Pantelis Georgiou, der die Zusammenarbeit von acht Behörden der Republik Zypern und der britischen Basen koordiniert, beschrieb die Situation als „chaotisch“. Ihm zufolge herrscht im Gebiet Gesetzlosigkeit, das Grundwasser ist durch irreversible Verschmutzung bedroht, und die Gemeinden Asomatos und Akrotiri sind noch nicht an das Abwassersystem angeschlossen.

Besondere Besorgnis erregten Berichte, dass bis zu 500 Tonnen unbehandeltes Abwasser pro Stunde ins Meer an der Lady’s Mile geleitet werden könnten — in Bereichen, in denen Menschen schwimmen und angeln. Der Makria-See wurde als „Sumpf und Klärbecken“ beschrieben, und Bauunternehmer großer Projekte wurden illegaler Wasserableitungen beschuldigt.

Die Abgeordneten kritisierten die Verzögerungen bei den Gegenmaßnahmen scharf. Ausschussvorsitzender Charalambos Theopemptou forderte das Eingreifen des Rechnungshofes und ein Audit des Managements des Akrotiri-Sees.

Der Umweltausschuss warnte, dass ohne dringende Maßnahmen in den kommenden Jahren die Hälfte des Akrotiri-Salzsees verloren gehen könnte, was irreversible Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Artenvielfalt Zyperns hätte.

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