Cyprus, Nicosia

Italienische Fregatte vor der Küste Zyperns: Warum die „Federico Martinengo“ in die Region kam

11.03.2026 / 20:37
Nachrichtenkategorie

Im östlichen Mittelmeer setzt sich die Verstärkung der europäischen Militärpräsenz fort. Die italienische Fregatte ITS Federico Martinengo – eines der modernsten Schiffe der italienischen Marine – ist im Raum Zypern eingetroffen.

Nach Angaben der italienischen Agentur ANSA wurde das Schiff entsandt, um die Verteidigung der Insel angesichts der Spannungen infolge des Krieges um den Iran zu stärken. An Bord der Fregatte befinden sich etwa 160 Soldaten, und die Mission selbst wird mit europäischen Partnern – Spanien, Frankreich und den Niederlanden – koordiniert.

Ein modernes Mehrzweckschiff

Die „Federico Martinengo“ gehört zur FREMM-Klasse der Mehrzweckfregatten – einem der technologisch fortschrittlichsten Kriegsschifftypen, die in Europa entwickelt wurden. Das Schiff lief 2017 vom Stapel und wurde 2018 in die Flotte aufgenommen.

Seine Hauptmerkmale:

  • Länge — etwa 145 Meter
  • Verdrängung — etwa 6700 Tonnen
  • Höchstgeschwindigkeit — bis zu 27 Knoten
  • Reichweite — etwa 6800 Seemeilen
  • Besatzung — bis zu 200 Personen

Die Fregatte ist mit einem modernen Führungssystem und Multifunktionsradaren ausgestattet, die eine gleichzeitige Verfolgung von Luft-, See- und Unterwasserzielen ermöglichen.

Bewaffnung der Fregatte

Das Schiff ist in der Lage, ein breites Aufgabenspektrum zu erfüllen – von der Luftverteidigung bis zur U-Boot-Bekämpfung und dem Geleitschutz für zivile Schiffe.

Zur Bewaffnung gehören:

  • Flugabwehrraketen Aster-15 und Aster-30
  • Seezielflugkörper Teseo (Otomat)
  • 127-mm-Schiffsartillerie mit großer Reichweite
  • 76-mm-Kanone zur Raketenabwehr
  • U-Boot-Abwehrtorpedos MU90
  • Systeme zur elektronischen Kriegsführung.

Die Fregatte kann zudem zwei U-Jagd-Hubschrauber vom Typ NH90 mitführen, die für die U-Boot-Suche, Aufklärung und Angriffsoperationen eingesetzt werden.

Erfahrung in Krisengebieten

Die „Federico Martinengo“ verfügt bereits über Erfahrung in schwierigen und spannungsgeladenen Regionen.

Im vergangenen Jahr nahm das Schiff an der europäischen Marineoperation EUNAVFOR Aspides im Roten Meer teil. Die Hauptaufgabe der Mission bestand darin, die Handelsschifffahrt vor Angriffen der Huthi zu schützen und kommerzielle Schiffe durch eine der gefährlichsten Seerouten zu eskortieren.

Solche Operationen umfassen:

  • Begleitung ziviler Schiffe
  • Abwehr von Raketen- und Drohnenangriffen
  • Seepatrouillen und Aufklärung
  • Teilnahme an internationalen Marinemissionen.

Warum sie vor Zypern auftauchte

Die Ankunft der italienischen Fregatte ist Teil einer umfassenderen europäischen Operation zur Stärkung der Sicherheit im östlichen Mittelmeer.

Vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten verstärken europäische Länder schrittweise ihre Militärpräsenz rund um Zypern. Die Schiffe der Alliierten übernehmen Überwachungsaufgaben, schützen Seewege und unterstützen mögliche Sicherheitsoperationen.

Somit ist das Erscheinen der „Federico Martinengo“ vor der Küste der Insel nicht nur eine Rotation eines Kriegsschiffs. Es ist ein weiteres Element des entstehenden Systems europäischer Präsenz in einer Region, die in den letzten Jahren immer häufiger im Zentrum internationaler Krisen steht.

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