Verkehrskameras auf Zypern: über 700.000 Bußgelder, die Hälfte unbezahlt

In den ersten vier Betriebsjahren des Verkehrskamerasystems auf Zypern wurden mehr als 700.000 Verstöße registriert, jedoch wurde nur etwa die Hälfte der Bußgelder bezahlt.
Die meisten Verstöße entfielen auf das vergangene Jahr — rund 270.000. Dies zeigt, dass die Fahrer trotz der Kameras nicht spürbar disziplinierter geworden sind.
Ein besonderes Problem für die Behörden stellen Bußgelder dar, die gegen türkische Zyprioten verhängt wurden. Viele von ihnen erhalten entweder keine Benachrichtigungen oder zahlen die Bußgelder bewusst nicht. Die Polizei arbeitet bereits an der Einführung einer Software, mit der an den Übergängen geprüft werden kann, ob unbezahlte Bußgelder vorliegen.
Darüber hinaus wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, der dem Staat neue Instrumente zur Eintreibung unbezahlter Bußgelder an die Hand geben soll.
Verkehrsminister Alexis Vafeadis betonte, dass das Problem nicht immer im mangelnden Zahlungswillen der Bürger liege:
„In vielen Fällen erreichen die Bußgelder die Menschen einfach nicht. Genau deshalb haben wir so viele unbezahlte Verstöße.“
Die Behörden prüfen außerdem die Möglichkeit, Kameras mit künstlicher Intelligenz zu installieren. Dieses Thema soll bis Ende des Monats in einer Sitzung des Verkehrssicherheitsrates — unter Beteiligung der Polizei und der technischen Dienste — erörtert werden. Es wird erwartet, dass die besten Praktiken anderer Länder untersucht werden.
Derzeit bleiben rund 366.000 Bußgelder unbezahlt — weil die Täter nicht ermittelt werden konnten, Benachrichtigungen nicht zugestellt wurden oder Bußgelder zwar erhalten, aber ignoriert wurden. Dies schafft nach Ansicht der Behörden ein System der Ungleichheit:
einige Fahrer zahlen bewusst, andere entziehen sich gezielt der Zahlung.
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