Cyprus, Nicosia

Zypern droht Wasserknappheit: „Wir haben nur noch Vorräte für 11 Monate“

22.02.2026 / 20:16
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Zypern steht vor dem schwerwiegendsten Wasserproblem seiner Geschichte. Laut Dimitris Eliades, Experte des KIOS Research and Innovation Center of Excellence der Universität Zypern, wird das Trinkwasser des Landes im Jahr 2026 bei derzeitigem Verbrauchsniveau für etwa 11 Monate reichen.

Im Jahr 2025 wurden 114 Millionen Kubikmeter Wasser für die Versorgung benötigt – etwa 310 Liter pro Person und Tag. Das tatsächlich verfügbare Volumen beträgt derzeit etwa 103,5 Millionen Kubikmeter (etwa 280 Liter pro Person), was nur für 11 Monate ausreicht. Damit fehlen dem Land Wasserressourcen für etwa einen Monat.

Eine Senkung des Verbrauchs um 10 % gilt als „goldener Mittelweg“:

  • dies wird drastische Wasserabschaltungen verhindern,
  • es bringt Zypern näher an europäische Effizienzstandards,
  • es verschafft dem Staat Zeit für den Ausbau der Infrastruktur.

Nach Angaben von Experten verbraucht der durchschnittliche Bewohner Zyperns zu Hause etwa 140 Liter Wasser pro Tag, während etwa 100 Liter für ein komfortables Leben ausreichen (nach WHO-Standards). Der europäische Durchschnitt liegt bei 124 Litern.

Eine Reduzierung um 10 % ist ohne Einbußen bei der Lebensqualität möglich. Zum Beispiel:

  • Duschzeit um 2 Minuten verkürzen,
  • Wasserdruck verringern,
  • Garten seltener gießen,
  • Lecks beheben.

Beim Duschen werden bis zu 10 Liter Wasser pro Minute verbraucht – in 10 Minuten sind das bereits 100 Liter.

Die Erfahrungen der Jahre 2008–2009 haben gezeigt, dass Wasserabschaltungen zu einem Anstieg der Netzunfälle um 100 % und zu einer Erhöhung der Wasserverluste um 55 % aufgrund von Druckschwankungen und Rohrschäden führten.

Die Initiative „Σταγονο-μετρώ“ (Stagona-metró) ermöglicht es den Bürgern, ihren Wasserverbrauch zu berechnen und persönliche Empfehlungen zu erhalten. Ziel ist es, den Verbrauch auf 125 Liter pro Person und Tag zu senken.

Der Experte betont: Es geht nicht um die Angst vor dem „Day Zero“, sondern um ein intelligentes Nachfragemanagement. Zypern steht dank Entsalzungsanlagen noch nicht vor dem völligen Versiegen der Vorräte, aber das System arbeitet an der Belastungsgrenze.

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