Auf Zypern alarmiert der Mangel an Spenderblut
Ärzte, Patienten und Krankenhausvertreter warnen vor einer kritischen Situation bei den Blutvorräten auf Zypern und fordern dringend eine Änderung des Ansatzes zur Blutspende — von der Planung mobiler Aktionen bis hin zu Methoden, junge Spender zu gewinnen.
Der Präsident der Cyprus Association of Private Hospitals, Marios Karaiskakis, erklärte, dass geplante Operationen nur mit großen Schwierigkeiten durchgeführt werden können und das Risiko einer ernsthaften Krise immer deutlicher wird. Seinen Angaben zufolge standen die Krankenhäuser in den letzten Wochen trotz der Bemühungen der Kliniken selbst, des Blutzentrums und des Gesundheitsministeriums vor Blutmangel für komplexe Spezialoperationen.
Auch der Präsident der Cyprus Thalassaemia Association, Miltos Miltiadus, äußerte Besorgnis. Er berichtete von Verschiebungen bei Bluttransfusionen und unzureichenden Blutmengen für Thalassämie-Patienten. In einigen Fällen erhalten die Patienten statt der benötigten zwei Bluteinheiten nur eine und müssen am nächsten Tag zurückkehren.
Das Ministry of Health of Cyprus erkennt das Problem an. Die stellvertretende Generaldirektorin Elizaveta Konstantinou stellte fest, dass der Bedarf ständig wächst — es gibt mehr Operationen, und Patienten reisen seltener ins Ausland zur Behandlung. Gleichzeitig bleibt die Bevölkerung des Landes klein, was zusätzlichen Druck auf das System ausübt.
Laut offiziellen Angaben benötigte Zypern im Jahr 2015 etwa 65.000 Bluteinheiten pro Jahr, heute über 80.000. Der Anstieg hängt nicht mit der Zahl der Thalassämie-Patienten zusammen, sondern mit der Ausweitung der chirurgischen Versorgung und der steigenden Zahl der Begünstigten des GESY-Systems, einschließlich ausländischer Bürger, die oft nicht im Spenderpool sind.
Miltiadus betonte, dass das derzeitige Spendemodell veraltet ist:
- Aktionen werden ungleichmäßig über das Jahr verteilt,
- die gleichen Spender erhalten Dutzende von SMS-Nachrichten,
- die Jugend wird praktisch nicht erreicht.
Er rief dazu auf, soziale Medien aktiver zu nutzen, mit Schulen, Universitäten und der Nationalgarde zusammenzuarbeiten und die Kriterien für die Zulassung von Spendern unter Berücksichtigung moderner Screening-Methoden zu überarbeiten.
„Für Thalassämie-Patienten ist Blut keine einmalige Notwendigkeit. Es ist ihr Leben“, betonte er.
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