Cyprus, Nicosia

Fast jeder siebte Einwohner Zyperns kann im Winter seine Wohnung nicht ausreichend heizen

02.02.2026 / 20:14
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Fast 15 % der Einwohner Zyperns haben im Winter Probleme, ihre Wohnungen ausreichend zu beheizen. Das belegen die neuesten Eurostat-Daten zur Energiearmut in den Ländern der Europäischen Union.

Laut der Studie leben 14,5–14,6 % der Bevölkerung Zyperns in Wohnungen, in denen es im Winter nicht möglich ist, eine angenehme Temperatur aufrechtzuerhalten. Dieser Wert liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt und bringt Zypern auf Platz 20 von 25 Ländern, die Daten bereitgestellt haben.

In der Europäischen Union insgesamt verbessert sich die Lage allmählich. Ende 2024 sank der Anteil der Menschen, die in kalten Wohnungen leben, auf 9,2 %, was einem Rückgang von 1,4 Prozentpunkten gegenüber dem vorherigen Zeitraum entspricht.

Vor diesem Hintergrund gehört Zypern weiterhin zu den Ländern mit einem erhöhten Maß an Energieverwundbarkeit.

Am stärksten ist das Problem in Süd- und Osteuropa zu spüren. Die höchsten Werte wurden verzeichnet:

  • in Griechenland und Bulgarien — etwa 19 % der Bevölkerung,
  • in Litauen — rund 18 %,
  • in Spanien — etwa 17,5 %,
  • in Portugal — rund 15,7 %.

Zypern liegt mit einem Wert von 14,6 % in derselben Gruppe von Ländern, in denen ein erheblicher Teil der Bevölkerung Schwierigkeiten hat, seine Wohnungen zu beheizen.

Am anderen Ende der Liste stehen Länder mit gut entwickelter Wärmedämmung und stabilen Heizsystemen. Die günstigste Situation wird in Finnland (etwa 2,7 %) beobachtet sowie in Polen und Slowenien (jeweils etwa 3,3 %), Estland und Luxemburg (rund 3,6 %).

Experten nennen mehrere Hauptgründe, warum Wohnungen schlecht beheizt werden:

1. Massenhafte Bebauung ohne Energiestandards in den 1970er–1980er Jahren

Nach 1974 nahm der Wohnungsbau in Zypern stark zu, unter anderem aufgrund der Notwendigkeit einer raschen Umsiedlung der Bevölkerung. Der Schwerpunkt lag auf Geschwindigkeit und Erschwinglichkeit, nicht auf Energieeffizienz.

In dieser Zeit gab es keine verpflichtenden Anforderungen an die Wärmedämmung, was zu einer großen Zahl von Wohnungen führte, die schlecht an winterliche Bedingungen angepasst sind.

2. Moderne Standards wurden erst ab 2007 eingeführt

Einen Wendepunkt stellte die Einführung europaweiter Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden dar. In Zypern wurden im Dezember 2007 minimale verpflichtende Dämmstandards eingeführt.

Seitdem sind die Dämmung von Wänden und Dächern sowie der Einsatz von Doppelverglasung für Neubauten verpflichtend, jedoch wurde ein erheblicher Teil des Wohnungsbestands lange vor diesen Änderungen errichtet.

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