In Nikosia wird erneut über die Verlegung des Busbahnhofs aus dem Stadtzentrum gestritten

In Nikosia ist die Diskussion über eine mögliche Verlegung des zentralen Busbahnhofs vom Solomos-Platz auf ein staatliches Grundstück gegenüber dem ehemaligen Hilton-Hotel, bekannt als das „katarische Grundstück“, wieder aufgeflammt. Das Projekt befindet sich noch in der Diskussionsphase, hat jedoch bereits zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten geführt.
Unterstützt wird die Initiative vom Bürgermeister der Stadt, Charalambos Prountzos. Ähnliche Ideen wurden auch früher geäußert — unter anderem von staatlichen Stellen, die vorgeschlagen hatten, einen Umsteigeknoten für Überlandrouten mit anschließender Verteilung der Fahrgäste auf die Stadtlinien zu schaffen.
Der Betreiber der städtischen Busse lehnt die Verlegung entschieden ab. Nach seiner Einschätzung ist das derzeitige System, bei dem alle Linien am Solomos-Platz beginnen, für die Fahrgäste bequem und gewährleistet einen stabilen Fahrgaststrom. Eine Verlegung des Terminals könnte zu einem Rückgang führen.
Auch Geschäftsinhaber im Stadtzentrum äußern Besorgnis. Ihrer Meinung nach sorgen die Busse für Kundenzulauf, und ihr Wegfall könnte dem Handel schaden, der ohnehin eine schwierige Zeit durchmacht.
Die Wissenschaftlich-Technische Kammer Zyperns (ETEK) unterstützt die Initiative der Stadtverwaltung. Der Vorsitzende der Organisation, Konstantinos Konstantis, ist der Ansicht, dass sich die Entwicklung des Zentrums nicht auf Autos, sondern auf die Verbesserung des städtischen Umfelds stützen sollte. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören Begrünung, schattenspendende Infrastruktur, die Subventionierung von Kurzzeitparkplätzen, Änderungen der Buslinien, Verkehrsbeschränkungen an Wochenenden sowie die Durchführung kultureller Veranstaltungen.
Kritiker des Projekts weisen auf einen Widerspruch hin: Die Behörden sprechen von der Unterstützung des öffentlichen Verkehrs, schlagen aber gleichzeitig vor, die Busse aus dem Zentrum zu entfernen. Befürworter entgegnen, dass Busse Staus verursachen und Fahrspuren belegen, die anders genutzt werden könnten — eine Ansicht, der die Verkehrsdienste jedoch nicht zustimmen.
Eine endgültige Entscheidung über die Verlegung des Terminals wurde bislang nicht getroffen. Die Behörden versprechen, die Positionen aller Beteiligten zu berücksichtigen und einen Ausgleich zwischen den Interessen der Stadt, der Wirtschaft und der Fahrgäste zu finden.
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