Fall von Entführungen und Folter in Paralimni aufgedeckt: Verdächtige vor Gericht
In Paralimni wurde ein schwerer Kriminalfall aufgedeckt, den die Polizei als „Handlung eines Kriminalfilms“ beschreibt. Es geht um Entführungen, Folter und brutale Misshandlungen von Menschen, die in speziell ausgestatteten Räumlichkeiten stattfanden.
Vor dem Bezirksgericht Famagusta in Paralimni erschienen unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zwei Verdächtige — Männer im Alter von 48 und 27 Jahren. Ein dritter Tatverdächtiger wird derzeit gesucht. Bekannt ist, dass der 48-Jährige bereits in einer anderen Sache — wegen einer Schießerei am 17. Januar — in Haft sitzt.
Nach Angaben der Ermittler könnte die Gruppe auch mit Erpressungsaktivitäten gegen lokale Unternehmer in Verbindung stehen.
Während der Gerichtsverhandlung wurde bekannt, dass nach der Festnahme des 48-jährigen Verdächtigen ein Mobiltelefon sichergestellt wurde. Darauf fand die Polizei Foto- und Videomaterial, das mindestens sieben Personen zeigt, die gegen ihren Willen in einem Raum im Erdgeschoss eines Gebäudes festgehalten wurden.
Den dem Gericht vorgelegten Informationen zufolge ist auf den Aufnahmen zu sehen, wie die Verdächtigen die Opfer mit Händen und verschiedenen Gegenständen schlagen. In einer Szene hält der 48-Jährige eine Pistole und steckt sie einem der Festgehaltenen in den Mund. In einem anderen Video fordert der 27-jährige Verdächtige Geld von einem Opfer und schlägt ihm anschließend ins Gesicht. Der dritte gesuchte Tatverdächtige soll laut Ermittlungen einen Gürtel benutzt und damit auf die Lippen des Opfers eingeschlagen haben, bis Blut floss.
Insgesamt werden den Beschuldigten 14 schwere Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter:
- Verschwörung zur Begehung eines schweren Verbrechens;
- illegaler Besitz und Transport von Schusswaffen;
- Entführung;
- Folter;
- Zufügung schwerer Körperverletzung;
- Tragen einer Waffe zur Einschüchterung.
Der 48-jährige Verdächtige erhob keinen Einwand gegen die Untersuchungshaft, äußerte sich jedoch emotional vor Gericht und erklärte, er selbst sei Opfer eines Mordversuchs. Der Ermittler entgegnete, dass er seine Version der Ereignisse im Rahmen einer offiziellen Vernehmung darlegen könne.
Die Ermittlungen dauern an.
Sie könnten auch interessiert sein an:
- Fahrer eines gestohlenen Fahrzeugs nach Fluchtversuch in Larnaka festgenommen
- Auf den Autobahnen Zyperns wird eine Durchschnittsgeschwindigkeitskontrolle eingeführt
- Zypern genehmigt neue Strategie zur Integration von Migranten
- Die Gemeinden Latsia–Geri und Strovolos führten eine gemeinsame Baumpflanzaktion durch
- Gefährlicher Lkw-Zwischenfall in Larnaka: Fahrzeug entging an Kreisverkehren nur knapp dem Umkippen

