Die Behörden Zyperns diskutieren erneut die Einführung des „Alcohol-Interlock“-Systems in Fahrzeugen

Das zyprische Ministerium für Verkehr, Kommunikation und öffentliche Arbeiten prüft erneut die Möglichkeit der Einführung eines Alcohol-Interlock-Systems — eines Geräts, das vom Fahrer einen Atemalkoholtest verlangt, bevor der Motor gestartet werden kann. Das Thema wird im Rahmen von Maßnahmen zur Reduzierung alkoholbedingter Verkehrsunfälle diskutiert und betrifft sowohl den öffentlichen als auch den privaten Fuhrpark.
Das System wird bereits in mehreren europäischen Ländern eingesetzt, darunter Österreich, Frankreich, Schweden, Finnland, Spanien und Belgien.
Der Abgeordnete Charalambos Theopemptou wandte sich an Verkehrsminister Alexis Vafeadis mit der Frage nach möglichen Gesetzesänderungen, die den Einsatz eines solchen Systems in Schulbussen, im öffentlichen Verkehr sowie in Fahrzeugen von Fahrern ermöglichen würden, die zuvor wegen Trunkenheit am Steuer auffällig geworden sind. Der Minister bestätigte, dass diese Option gemeinsam mit den zuständigen Behörden geprüft werde.
Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Thema bereits früher geprüft, jedoch aufgrund mehrerer Einschränkungen aufgeschoben worden sei. Dazu zählen der veraltete Fahrzeugbestand in Zypern, der die Installation solcher Geräte nicht immer zulässt, sowie die hohen Kosten: rund 2.000 € für das erste Betriebsjahr und zusätzliche Wartungskosten in den Folgejahren.
Für eine verpflichtende Einführung des Systems wären Änderungen mehrerer Gesetze, eine Überarbeitung des bestehenden Bußgeldsystems sowie die Schaffung von Kontrollmechanismen erforderlich, einschließlich medizinischer und technischer Überwachung von Fahrern, die gegen die Vorschriften verstoßen haben. Derzeit ist die Installation solcher Geräte weder in Verträgen für den öffentlichen Verkehr noch für Schulbusse vorgesehen.
Der Minister betonte, dass mit der Erneuerung des Fahrzeugbestands die technischen Einschränkungen schrittweise abnehmen werden, da neue Fahrzeuge bereits die Möglichkeit zur Installation solcher Systeme vorsehen.
Laut Angaben der Verkehrspolizei kamen im Jahr 2025 auf Zypern 43 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben; in fünf Fällen wurden Alkohol oder Drogen im Blut festgestellt. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission sind bis zu 25 % der Verkehrstoten in der EU auf Alkoholkonsum zurückzuführen.
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