Nordzypern fordert dringenden Start eines Stadterneuerungssystems aufgrund von Erdbebenrisiken
In Nordzypern wurde die Frage nach der Notwendigkeit einer systematischen Stadterneuerung angesichts des Risikos von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen erneut aufgeworfen. Der Vorsitzende der türkisch-zyperischen Bauunternehmervereinigung, Cafer Gürcafer, und der Vorsitzende der türkisch-zyperischen Architektenkammer, Onur Olguner, erklärten, dass die Zeit für Entscheidungen knapp wird.
Die Teilnehmer wiesen darauf hin, dass nach dem verheerenden Erdbeben vom 6. Februar 2023 in der Türkei in Nordzypern noch immer kein vollwertiges Stadterneuerungssystem geschaffen wurde.
Laut Gürcafer wird das Bauwesen nach wie vor durch Rechtsvorschriften aus der Zeit der britischen Verwaltung (Kapitel 96) geregelt, was zu einer riskanten und chaotischen Bebauung geführt hat. Er betonte, dass es im Land kein geltendes Gesetz zur Stadterneuerung gebe, die Arbeit an einem entsprechenden Projekt jedoch fortgesetzt werde. Bei Inspektionen nach dem Erdbeben wurden Gebäude mit baulichen Mängeln identifiziert, die abgerissen werden müssen.
Gürcafer hob zudem die Schlüsselrolle der Gemeinden hervor, insbesondere in Nikosia, Famagusta, Kyrenia und Iskele, wo eine dringende Bewertung des Wohnungsbestands erforderlich ist.
Olguner betonte, dass Stadterneuerung zu einer staatlichen Politik werden müsse und nicht die Initiative einer einzelnen Regierung bleiben dürfe. Angesichts begrenzter Haushaltsmittel wird vorgeschlagen, ein System zu schaffen, das über 10 bis 20 Jahre hinweg eigenständig funktionieren kann.
Nach dem betrachteten Modell sollen Gebäude, die nach technischen Prüfungen als gefährlich eingestuft wurden, abgerissen und an ihrer Stelle neue Objekte mit vergrößerter Fläche und Gewerberäumen zur Kostendeckung errichtet werden.
Beide Experten warnten davor, dass Verzögerungen zu schwerwiegenden Folgen führen könnten.
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