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Ökonom spricht von „Systemkollaps“: Schulden und Inflation in Nordzypern steigen

07.05.2026 / 13:47
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Der Ökonom und Vertreter der „Volkspartei“, Ahmet Melih Karavelioğlu, kritisierte die wirtschaftliche Lage in den besetzten Gebieten scharf und sprach von einem „völligen Zusammenbruch der staatlichen Ernsthaftigkeit“. In einer lokalen Fernsehsendung warf er den „Behörden“ mangelnde Transparenz vor, nachdem die Inflationsdaten für April immer noch nicht veröffentlicht wurden, obwohl die Türkei ihre Zahlen bereits vorgelegt hat. Laut Karavelioğlu untergrabe das Verheimlichen oder Verzögern von Statistiken das gesellschaftliche Vertrauen und mache eine effektive Wirtschaftsplanung unmöglich.

Der Ökonom behauptet, dass die reale Inflation seit Jahresbeginn bereits 38 % erreicht habe, während die Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Grundversorgung weiterhin rasant steigen. Vor diesem Hintergrund seien die Staatsschulden auf 22 Milliarden Türkische Lira gestiegen – etwa 413 Millionen Euro. Karavelioğlu wies darauf hin, dass die „Regierung“ ihre Möglichkeiten für neue Kreditaufnahmen faktisch ausgeschöpft habe und die Banken die notwendige Liquidität nicht mehr gewährleisten könnten.

Besonders besorgniserregend sei laut ihm, dass neue Kredite hauptsächlich zur Zahlung von Gehältern verwendet würden, ohne einen klaren Plan zur Rückzahlung der Mittel. Der Ökonom kritisierte zudem den aufgeblähten Staatssektor und erklärte, das System sei mit ineffizienten Arbeitsplätzen überfüllt, während die Behörden notwendige Reformen aufgrund von politischem Populismus mieden.

Gezielt ging Karavelioğlu auf die Probleme in der Landwirtschaft und Viehzucht ein. Er betonte, dass hohe Preise für importierte Futtermittel und der Mangel an neuen Produzenten zum Niedergang der Branche führten, wobei viele Landwirte in den Dienstleistungssektor wechselten. Als eine Maßnahme schlug er vor, Fleischimporte aus den freien Gebieten der Republik Zypern zu legalisieren und zu besteuern, was seiner Meinung nach die Preise für Verbraucher senken und die Haushaltseinnahmen erhöhen könnte.

Abschließend erklärte der Ökonom, dass die Einwohner „müde von Versprechungen“ seien und von den Politikern ein konkretes Aktionsprogramm erwarteten. Seiner Meinung nach brauche die Gesellschaft Lösungen, die nicht nur erklären, „was zu tun ist“, sondern „wie genau“ die Wirtschaft aus der Krise geführt werden soll.

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