Zypern nähert sich dem Start der Gasförderung aus dem „Kronos“-Feld

Die Verhandlungen über die Erschließung des Gasfeldes „Kronos“ befinden sich in der Endphase, erste Erdgaslieferungen werden bereits für Mitte 2028 erwartet. Dies erklärte Energieminister Michalis Damianou in einem Kommentar zu den Ergebnissen des Treffens unter zyprischem Vorsitz im EU-Rat.
Laut dem Minister könnten die Lieferungen bereits Ende 2027 oder in der ersten Jahreshälfte 2028 beginnen, falls in den kommenden Wochen eine Einigung erzielt wird. Das Feld wird von einem Konsortium aus Eni und TotalEnergies erschlossen, und der Gastransport soll voraussichtlich über das ägyptische Zohr-Feld mit anschließendem Zugang zu den europäischen Märkten erfolgen.
Damianou bezeichnete die laufenden Verhandlungen als „positive Phase“ für Zypern und die gesamte Region und betonte, dass Erdgas trotz des langfristigen Dekarbonisierungskurses der EU in den kommenden Jahren ein wichtiges Element der Energiesicherheit bleiben werde.
Der Minister stellte zudem fest, dass andere Energieprojekte auf der Insel planmäßig voranschreiten. Die Erschließung des „Aphrodite“-Feldes, das von Chevron betrieben wird, befindet sich in der Phase der Vorplanung (FEED), die bis Januar 2027 dauern wird. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss dieser Phase erwartet, und der Beginn der Lieferungen ist für 2030–2031 geplant, wobei das Gas per Pipeline nach Ägypten exportiert werden soll.
Was die Projekte von ExxonMobil betrifft, so werden auch diese planmäßig umgesetzt, der Förderbeginn wird jedoch aufgrund technischer Komplexität erst für etwa 2033 prognostiziert.
Gesondert teilte der Minister mit, dass Zypern bei erfolgreicher Umsetzung der aktuellen Projekte in etwa zwei Jahren mit dem Export von Flüssigerdgase nach Europa beginnen könnte. Er betonte, dass Erdgas als „Brückentechnologie“ auf dem Weg zu saubererer Energie und der Entwicklung von Wasserstofftechnologien betrachtet wird.
Während der Sitzung wurden auch Fragen zur Stärkung der EU-Energiesicherheit, zur Beschleunigung der Elektrifizierung und zur Entwicklung von Energiespeichersystemen als Schlüsselelement für den Übergang zur Klimaneutralität bis 2050 erörtert.

