Zyprischer EU-Abgeordneter fordert Stopp der Agrarfinanzierung im Norden der Insel wegen Maul- und Klauenseuche-Ausbruch
Der zyprische Europaabgeordnete Costas Mavrides hat die Europäische Kommission aufgefordert, die Finanzhilfe für die Landwirtschaft in der nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) bis zur vollständigen Kontrolle des Maul- und Klauenseuche-Ausbruchs unverzüglich einzustellen.
Den im Appell angeführten Daten zufolge hat die Europäische Union zwischen 2006 und 2024 rund 728 Millionen Euro zur Unterstützung der zyperntürkischen Gemeinschaft bereitgestellt. Ein erheblicher Teil dieser Mittel floss in den Agrarsektor, einschließlich der Anpassung der Lebensmittelsicherheits- und Tiergesundheitsstandards an EU-Normen sowie der Unterstützung der Halloumi-Produktion.
Zusätzliche Finanzierungsprogramme wurden auch in den letzten Jahren fortgesetzt: Zehn Millionen Euro flossen in die landwirtschaftliche Entwicklung, veterinärmedizinische Maßnahmen und Genossenschaften. Für 2025 sind weitere 33,7 Millionen Euro vorgesehen.
Mavrides zufolge hat der aktuelle Ausbruch der Maul- und Klauenseuche jedoch schwerwiegende Verstöße ans Licht gebracht. Mehr als 100 landwirtschaftliche Betriebe auf der Insel sind infiziert, Tausende Tiere wurden getötet. Dabei werden laut dem Abgeordneten die EU-Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung im nördlichen Teil Zyperns unzureichend eingehalten.
In einem Brief an den EU-Kommissar für Landwirtschaft, Christophe Hansen, stellte Mavrides die Fairness der Situation infrage, in der Landwirte in den von der Regierung kontrollierten Gebieten Verluste erleiden, während sie sich strikt an die EU-Protokolle halten, während im Norden ähnliche Maßnahmen nach seinen Worten ignoriert werden.
Der EU-Abgeordnete fordert nicht nur die sofortige Einstellung der Finanzierung, sondern auch eine Prüfung der bereits zugewiesenen Mittel. Er besteht zudem darauf, dass weitere Hilfe nur unter der Bedingung der vollständigen Einhaltung der Veterinärstandards und der Tilgung der Krankheit gewährt wird.
Nach Mavrides' Einschätzung geht die Situation mit der Maul- und Klauenseuche bereits über ein veterinärmedizinisches Problem hinaus und gewinnt an politischer Bedeutung. Eine offizielle Reaktion der EU-Kommission auf das Ersuchen steht noch aus.
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