Der Ärzteverband Zyperns warnt vor möglichem Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht bei Prüfungen in Notaufnahmen

Die Pancyprian Medical Association (ΠΙΣ) äußerte Besorgnis über die Maßnahmen des Rechnungshofs von Zypern (Ελεγκτική Υπηρεσία), der derzeit Inspektionen in den Notaufnahmen (ΤΑΕΠ) der staatlichen Krankenhäuser in Nikosia und Limassol durchführt.
Anlass für die Erklärung waren Berichte, wonach Prüfer möglicherweise Ärzte aufgefordert haben, Daten aus Patientenakten und Erklärungen zu bestimmten Fällen während ihrer Schichten bereitzustellen. Laut ΠΙΣ könnten solche Handlungen einen Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht darstellen und die Befugnisse der Prüfer überschreiten.
Ärzte betonen, dass Prüfungen im Gesundheitswesen zulässig sind, sie müssen jedoch streng im Rahmen des Gesetzes, mit Respekt vor der beruflichen Ethik und ohne Eingriffe in die Arbeit des medizinischen Personals durchgeführt werden – insbesondere in Notaufnahmen, wo Arbeitsbelastung und Stress besonders hoch sind.
In ihrer Erklärung bekräftigte ΠΙΣ ihre Unterstützung für Transparenz im Gesundheitssystem, betonte jedoch, dass die Weitergabe von Patientendaten ohne rechtliche Grundlage inakzeptabel sei. Der Verband fordert den Rechnungshof auf, offizielle Klarstellungen zu den Methoden und dem Umfang der Inspektionen vorzulegen und zu bestätigen, dass die medizinische Vertraulichkeit nicht verletzt wurde.
Der Verband stellte fest, dass die Wahrung des Arztgeheimnisses die Grundlage des Vertrauens zwischen Patienten und Gesundheitssystem bildet und nicht einmal im Namen administrativer Kontrolle gefährdet werden darf.
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