Psychiater erklärt, wie Medien über Suizide berichten sollten und gibt Hilfetelefone auf Zypern an
Dr. Giorgos Mikellidis, Psychiater und klinischer Dozent an der Medizinischen Fakultät der Universität Nikosia, erläuterte in einem Interview die Grundsätze der Berichterstattung über Suizidfälle und forderte die Medien auf, Informationen verantwortungsbewusst bereitzustellen. Das Gespräch fand vor dem Hintergrund öffentlicher Debatten und aktueller WHO-Daten zur psychischen Gesundheit junger Menschen in Europa statt.
Mikellidis wies darauf hin, dass der journalistische Ethikkodex erfordert, auf detaillierte Beschreibungen der Methode und demonstrative Materialien zu verzichten, um das Risiko nachahmenden Verhaltens zu verringern. Er erinnerte an den wissenschaftlich dokumentierten „Werther-Effekt“ — die Zunahme von Suiziden nach detaillierter, dramatisierter Berichterstattung — sowie an den umgekehrten „Papageno-Effekt“, bei dem Geschichten über Krisenbewältigung zu weniger Suiziden führen.
Dem Fachmann zufolge sollten Informationen respektvoll, ohne Verherrlichung und mit Angaben zu Hilfsangeboten präsentiert werden. Als praktische Hilfe nannte Mikellidis auf Zypern folgende Hotlines: 116 111 — Europäische Kinder- und Jugendhilfe-Hotline (Hope for Children Consortium und Partner); 1466 (rund um die Uhr) — „I Foni“ für Kinder und Jugendliche; 1410 — Hotline der Cyprus Youth Organization; 80007773 — Cyprus Samaritans; 70000116 — Internet-Sicherheits-Hotline (CyberEthics); 1455 — Cyprus Family Planning Association.
Der Experte betont, dass verantwortungsvolle Berichterstattung der Prävention und Hilfe dienen kann, nicht nur der Information.
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