Zyprische Sozialdienste im Protest: Streit über Programme für Menschen mit Behinderungen

Mitarbeiter der Υπηρεσίες Κοινωνικής Ευημερίας (ΥΚΕ – Sozialwohlfahrtsdienste) hielten einen 24-stündigen Streik ab, um gegen eine Verwaltungsentscheidung zu protestieren, die ihrer Ansicht nach die Prinzipien der Fairness und der richtigen Aufgabenverteilung verletzt.
Die Beschäftigten protestierten vor dem Υφυπουργείο Κοινωνικής Πρόνοιας (Staatssekretariat für Sozialfürsorge) mit Plakaten und Parolen: „Όχι στις απειλές και στον εκφοβισμό“ („Nein zu Drohungen und Einschüchterung“), „Τα άτομα με αναπηρία αξίζουν ποιότητα και όχι προχειρότητα“ („Menschen mit Behinderungen verdienen Qualität und keine Schlamperei“), „Σεβασμός στην αξιοπρέπειά μας“ („Respekt vor unserer Würde“).
Auslöser des Protests war die Entscheidung, ΥΚΕ als Koordinatoren für die Entwicklung individueller Unterstützungsprogramme für Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Die Gewerkschaft ΠΑΣΥΔΥ (PASYDY – Pancyprian Public Employees Union) bezeichnete diese Aufgabenverteilung als „μονομερές και άδικο“ („einseitig und unfair“) und betonte, dass sie vom Generaldirektor des Ministeriums, Yiannis Nicolaides, ohne angemessenen Dialog mit den Arbeitnehmervertretern getroffen wurde.
PASYDY stellte klar, dass sie die Idee individueller Programme unterstützt, jedoch darauf besteht, dass die Koordination in der Zuständigkeit des Τμήμα Κοινωνικής Ενσωμάτωσης Ατόμων με Αναπηρία (ΤΚΕΑΑ – Abteilung für soziale Eingliederung von Menschen mit Behinderungen) bleiben sollte und nicht an ΥΚΕ übertragen werden darf.
Laut der Gewerkschaft gaben die Mitarbeiter den Behörden nach den Zusagen der stellvertretenden Ministerin für Sozialfürsorge, die Frage zu überprüfen, Zeit für Verhandlungen. Doch nach Angaben von PASYDY haben die Handlungen des Generaldirektors den Dialogprozess faktisch sabotiert.
Das Ministerium bezeichnete den Streik seinerseits als „βιαστική και αδικαιολόγητη“ („übereilt und ungerechtfertigt“). Vertreter erklärten, dass die Gespräche mit den Gewerkschaften andauern und nächste Woche wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig bedauerte das Ministerium mögliche Unannehmlichkeiten für Bürger, die ΥΚΕ-Dienste nutzen.
Es wurde betont, dass niemand die Notwendigkeit individueller Programme für Menschen mit schweren Behinderungen in Frage stellt. Der Streit betrifft ausschließlich die Frage, welche Abteilung die Koordinatorfunktion übernehmen soll. Das Ministerium betonte, dass dieses Thema nur durch konstruktiven Dialog gelöst werden könne.
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