Wissenschaftler warnen: Zypern könnte bis zum Ende des Jahrhunderts die Hälfte seiner Strände verlieren
Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter bis zum Ende des 21. Jahrhunderts könnte zum Verschwinden der Hälfte der Strände Zyperns führen, wenn keine dringenden Maßnahmen ergriffen werden. Dies erklärte der Präsident des Zypern-Instituts, Dr. Stavros Malas, bei der Eröffnungszeremonie einer internationalen Konferenz über das Management natürlicher Ressourcen am Mittwoch in Nikosia.
Laut Malas steht die Region des östlichen Mittelmeers bereits an der Schwelle zu einer Klimakrise. Prognosen zufolge könnte die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 3 bis 5 Grad steigen, was zu lang anhaltenden Hitzewellen und extremen Niederschlägen führen würde.
Zypern bleibt besonders anfällig. Ohne sofortige Maßnahmen könnte der Meeresspiegel um einen Meter ansteigen, was eine direkte Bedrohung für die Hälfte der Strände der Insel darstellt. Dies wiederum würde die Tourismusbranche und die Wirtschaft des Landes insgesamt beeinträchtigen.
Internationale Konferenz in NikosiaDie Eröffnung der internationalen Konferenz mit dem Titel: „Water-Energy-Food-Ecosystems (WEFE) Nexus in der Mittelmeerregion – von der Quelle bis zum Meer: von der Strategie zum Handeln“ fand am Zypern-Institut statt.
In einer offiziellen Erklärung des Instituts heißt es, dass die Konferenz die miteinander verknüpften Herausforderungen in den Vordergrund rückt, vor denen der Mittelmeerraum steht: Wasserknappheit, Energiewende, Ernährungssicherheit und Klimawandel.
Die Umweltkommissarin Antonia Theodosiou betonte, dass eine Strategie nur der erste Schritt sei, während die Hauptaufgabe in ihrer praktischen Umsetzung liege.
Ihrem Worten zufolge sei es notwendig, einen soliden regionalen Aktionsrahmen mit klaren Zielen, messbaren Indikatoren und Mechanismen für die behördenübergreifende Zusammenarbeit zu entwickeln sowie die Koordinierung der Finanzierung sicherzustellen.
Die Konferenz zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, der wissenschaftlichen Gemeinschaft, internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen zu stärken. Die Hauptaufgabe ist die Entwicklung eines umfassenden Systems für ein nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen mit Schwerpunkt auf Klimaresilienz.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts WEFE4MED – Community of Practice statt, das vom Zypern-Institut koordiniert wird. Das Projekt bringt Forscher, Experten, Politiker und Geberorganisationen zusammen, um eine gemeinsame Strategie für eine nachhaltige Entwicklung im Mittelmeerraum auszuarbeiten.
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