Cyprus, Nicosia

Rechnungshof: Zypern verliert Einnahmen durch zu niedrige Pacht für Waldflächen in Ayia Napa

28.01.2026 / 18:54
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Der Staat entgehen weiterhin Einnahmen aus der Verpachtung von Waldflächen in Ayia Napa, auf denen Hotels errichtet wurden. Zu diesem Ergebnis kam der Rechnungshof Zyperns nach einer Prüfung.

Ursache sind veraltete Pachtverträge, nach denen einige Hotels jahrelang einen festen Betrag zahlen, ohne Anpassung, trotz steigender Touristenzahlen, Branchenerträge und Inflation.

Die Prüfung zeigte, dass fünf Hotels, die auf staatlichen Waldflächen errichtet wurden und auf Basis langfristiger Pachtverträge (bis zu 99 Jahre) betrieben werden, weiterhin nach den Bedingungen der Jahre 2017–2022 zahlen. In diesem Zeitraum ist der Tourismussektor in Ayia Napa deutlich gewachsen, die Pachtzahlungen blieben jedoch unverändert.

Wie der Generalrechnungsprüfer Andreas Papakonstantinou feststellt, hat sich die Überarbeitung der Pachtbedingungen für Verträge aus den Jahren 1970–1982 über Jahre hingezogen und spiegelt die Marktrealität nicht mehr wider.

Die Situation verschärfte sich nach Gesetzesänderungen im Jahr 2019, als das System zur Genehmigung von Unterkunfts- und Verpflegungspreisen abgeschafft wurde. Dadurch verlor das zyprische Forstamt eine stabile Grundlage für die Neuberechnung der Pacht.

Infolgedessen zahlen die meisten Hotels seit mehr als drei Jahren denselben Betrag, unabhängig vom Umsatzwachstum und der touristischen Nachfrage.

Der Bericht stellte erhebliche Unterschiede bei den Pachtzahlungen zwischen vergleichbaren Objekten fest. So:

  • zahlt ein Hotel rund 81.000 Euro pro Jahr,
  • ein anderes, in Größe und Kapazität vergleichbares, etwa 41.000 Euro.

Zwei der größten Hotels auf den größten Waldflächen zahlen etwa 3,40 Euro pro Quadratmeter, während ein anderes Hotel 7,38 Euro pro Quadratmeter zahlt — mehr als doppelt so viel.

Der Rechnungshof weist darauf hin, dass solche Unterschiede von den Marktgegebenheiten abgekoppelt sind und als versteckte Form staatlicher Beihilfe betrachtet werden könnten, die den Grundsatz des fairen Wettbewerbs verletzt.

Der Bericht betont die Notwendigkeit:

  • die marktgerechte Pacht zeitnah zu berechnen,
  • die Empfehlungen des Rechtsdienstes umzusetzen,
  • eine wirtschaftlich fundierte und faire Nutzung staatlicher Waldflächen sicherzustellen.

Das Forstamt stimmte den Prüfungsergebnissen zu, erklärte jedoch, dass eine einseitige Änderung der Pachtbedingungen nicht möglich sei — die Zustimmung der Pächter sei erforderlich. Die bestehenden Verträge laufen erst 2047, 2048 und 2069 aus.

Zur Neuberechnung der Pachtsätze übermittelte das Amt dem Grundbuchamt Bebauungspläne mehrerer Hotels. Dabei stellte sich heraus, dass:

  • für zwei Objekte keine offiziellen Baugenehmigungen vorliegen,
  • die Unterlagen von der Verwaltung Famagusta bislang nicht eingegangen sind.

Zudem wird in einem Rechtsgutachten vom 27. Mai 2025 betont, dass Vertragsänderungen nur im gegenseitigen Einvernehmen der Parteien und strikt im Rahmen des Vertragsrechts möglich sind.

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