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Familie aus dem Libanon mit sechs Kindern nach Asylablehnung in Larnaka obdachlos

01.02.2026 / 20:10
Nachrichtenkategorie

Eine Familie aus dem Libanon mit sechs minderjährigen Kindern im Alter von 5 bis 17 Jahren ist nach der Ablehnung ihres Asylantrags in Larnaka ohne Unterkunft geblieben.

Die Familie wurde von einem Anwohner bemerkt — sie saß am Straßenrand, umgeben von Koffern, in der Kälte. Der Mann lud sie zu sich nach Hause ein und versuchte, die Polizei, den Sozialdienst und andere zuständige Stellen zu kontaktieren. Erst nach zahlreichen Anrufen und öffentlichem Druck wurde der Familie eine vorübergehende Unterbringung in einem Hotel bis zu ihrer Ausreise aus dem Land gewährt.

„Ich sah die Eltern und sechs Kinder, die stundenlang in der Kälte auf dem Gehweg saßen. Sie wirkten erschöpft und sagten, sie hätten keinen anderen Ort, an den sie gehen könnten“, berichtete er.

Wie sich herausstellte, lebte die Familie etwa drei Jahre auf Zypern und hatte Asyl beantragt, doch der Antrag wurde abgelehnt. Man forderte sie auf, ihr Verfahren zu schließen und das Land zu verlassen, wodurch sie ohne Dach über dem Kopf blieben.

Nach Angaben des Mannes sagte die Familie, sie habe sich an die Polizei, den Sozialdienst und Unterbringungszentren gewandt, jedoch nirgendwo Hilfe erhalten. Selbst nach der offiziellen Schließung des Verfahrens wurde keine alternative Unterkunft angeboten, obwohl sechs minderjährige Kinder betroffen waren.

„Ich habe selbst versucht, alle zuständigen Stellen zu kontaktieren. Die Polizei sagte, sie könne nicht helfen, und beim Sozialdienst war kein Bereitschaftspersonal vorhanden. Zwischen den Behörden gab es keinerlei Koordination“, so der Mann.

Da er nicht untätig bleiben konnte, nahm er die Familie vorübergehend bei sich auf, versorgte sie mit Essen und wandte sich an politische, kirchliche und staatliche Stellen sowie an die Medien.

Die Familienmitglieder berichteten, dass ihnen eine Rückkehr in den Libanon angeboten wurde und sie dieser schließlich zustimmten. Nach der Schließung des Verfahrens blieben sie jedoch auf der Straße.

„Wir hatten weder Essen noch Geld. Wenn dieser Mann uns nicht geholfen hätte, wären wir immer noch auf der Straße“, sagten sie.

Derzeit kennt die Familie das genaue Datum ihrer Abreise aus Zypern nicht und befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage.

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