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Wissenschaftler entdecken Hantavirus-Spuren im Sperma sechs Jahre nach Infektion

15.05.2026 / 14:34
Nachrichtenkategorie

Eine neue Studie Schweizer Wissenschaftler hat in der medizinischen Fachwelt Besorgnis ausgelöst, nachdem Experten festgestellt haben, dass das Hantavirus fast sechs Jahre nach der Infektion im männlichen Sperma verbleiben kann. Den Forschern zufolge könnte dies auf ein potenzielles Risiko einer sexuellen Übertragung des Virus hindeuten.

Die vom Institut Spiez Laboratory durchgeführte und in der Fachzeitschrift Viruses veröffentlichte Studie untersuchte den Fall eines 55-jährigen Mannes, der sich in Südamerika mit dem Andes-Stamm des Hantavirus infiziert hatte. Obwohl das Virus in Blut, Urin und im Atemsystem nicht mehr nachweisbar war, wurde sein Erbgut 71 Monate nach der Infektion im Sperma gefunden.

Wissenschaftler vermuten, dass die Hoden als eine Art „Zufluchtsort“ für Viren dienen könnten, der es ihnen ermöglicht, sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Ähnliche Mechanismen wurden zuvor bei Ebola- und Zika-Viren beobachtet.

Vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der Studie ist das Interesse am Thema der Verbreitung des Hantavirus nach den jüngsten Krankheitsfällen auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius erneut gewachsen.

Gleichzeitig betonen Experten, dass auf Zypern bisher keine bestätigten Fälle von Hantaviren registriert wurden. Infektiologen weisen darauf hin, dass derzeit keine Gefahr einer Ausbreitung des Virus auf der Insel festgestellt wurde.

Zudem gibt es derzeit keine Informationen über die Durchführung spezialisierter Langzeitstudien zum Nachweis des Hantavirus beim Menschen auf Zypern, die mit der Schweizer Studie vergleichbar wären. Die Überwachung verschiedener viraler und zoonotischer Krankheiten auf der Insel wird jedoch fortgesetzt.

Experten betonen, dass es noch keine bestätigten Fälle einer sexuellen Übertragung des Hantavirus gibt, die neuen Daten jedoch zu einer Überarbeitung der Empfehlungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und zu verstärkter wissenschaftlicher Forschung führen könnten.

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