Abriss des legendären Langzeit-Rohbaus Pieris Estate in Limassol hat begonnen
In Limassol haben die Abrissarbeiten am 14-stöckigen Pieris Estate-Gebäude an der Omonias Avenue begonnen — einem der bekanntesten leerstehenden Objekte der Stadt. Das Hochhaus, auch als «Meeresgebäude» bekannt, stand fast 50 Jahre leer und galt als Symbol für eines der langwierigsten Bauprojekte in Zypern.
Die Vorbereitungsarbeiten begannen am 13. Mai. Das Gelände um das Gebäude ist abgesperrt, und Spezialgeräte aus dem Ausland wurden zur Baustelle gebracht, da es in Zypern keine Ausrüstung mit der für den Rückbau einer solchen Konstruktion erforderlichen Leistung gab.
Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheitsaspekte gelegt. Das Gebäude befindet sich in der Nähe von Wohnhäusern und einer vielbefahrenen Straße, weshalb Behörden und Bauunternehmen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Nachbargebäude und des Verkehrsflusses vereinbart haben.
Die Entscheidung zum Abriss wurde nach einem tragischen Vorfall in Germasogeia vor einem Monat beschleunigt, als beim Einsturz eines Wohnhauses zwei Personen ums Leben kamen. Daraufhin begannen auf der ganzen Insel Massenüberprüfungen von baufälligen und verlassenen Gebäuden.
Der Bau des Pieris Estate wurde bereits 1977 vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise nach den Ereignissen von 1974 gestoppt. Der Bauträger konnte das Projekt nicht abschließen, und das Betonskelett blieb jahrzehntelang verlassen. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich der Zustand des Objekts massiv, und in den letzten Jahren lebten Obdachlose darin.
Bereits 2023 hatte die Stadtverwaltung von Limassol rund 500.000 Euro für den Abriss des Gebäudes bereitgestellt, doch die Arbeiten verzögerten sich aufgrund von Streitigkeiten über die Finanzierung und die Verantwortung für den Rückbau. Seit April 2025 ist die Kontrolle über gefährliche Gebäude in Zypern auf die Bezirks-Selbstverwaltungsorganisationen übergegangen, was den Entscheidungsprozess beschleunigte.
Der Abriss des Pieris Estate wird von den Behörden als Teil eines umfassenderen Programms zur Beseitigung gefährlicher Objekte und zur Erhöhung der Sicherheit im städtischen Umfeld betrachtet.
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