Krankenhausinfektionen: Zypern gehört zu den Ländern mit erhöhtem Risiko
In der Europäischen Union infizieren sich jährlich mehr als 3,5 Millionen Patienten mit behandlungsassoziierten Infektionen, was zu über 90.000 Todesfällen führt. Diese Daten unterstreichen das Ausmaß des Problems, das eine der Hauptbedrohungen für die Patientensicherheit und eine ernsthafte Herausforderung für die Gesundheitssysteme bleibt.
Besonders besorgniserregend ist die Situation auf Zypern. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind etwa 13,8 % der Patienten in zyprischen Krankenhäusern von mindestens einer Krankenhausinfektion betroffen — das ist fast doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt. Zudem erhält mehr als die Hälfte der stationären Patienten Antibiotika, was das Risiko der Entstehung behandlungsresistenter Bakterien erhöht.
Anlässlich des Welthändewaschtags machen Fachleute erneut auf die einfachste, aber entscheidende Präventionsmaßnahme aufmerksam — die Einhaltung der Händehygiene. Experten weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Infektionen gerade über die Hände des medizinischen Personals übertragen wird und mangelnde Regeltreue ein verbreitetes Problem bleibt.
Um die Situation zu verbessern, hat das ECDC neue Leitlinien zur Infektionsprävention und -kontrolle vorgelegt. Diese enthalten Empfehlungen für die Schulung des Personals, die Überwachung der Einhaltung von Standards und die Nutzung von Daten für wirksamere Maßnahmen. Zusätzlich wurde das digitale Tool hyFive vorgestellt, mit dem die Einhaltung der Händehygiene in Echtzeit verfolgt und Schwachstellen in medizinischen Einrichtungen schnell identifiziert werden können.
Experten betonen, dass eine verstärkte Kontrolle und die Änderung alltäglicher Praktiken das Niveau der Krankenhausinfektionen erheblich senken können.
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