Cyprus, Nicosia

Traditionelle Winterfestgerichte auf Zypern — Spanferkel, Vasilopita, Loukoumades

Aktualisiert: 4 wochen vor
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Die Winterfeiertage auf Zypern sind eine Zeit voller Düfte, Familienessen und alter Traditionen. Weihnachten, Neujahr und das Fest der Heiligen Erscheinung werden nicht nur mit Ritualen begleitet, sondern auch mit besonderen Gerichten, die in fast jedem Haus zubereitet werden. Viele davon sind bis heute unverändert erhalten geblieben und gelten als Symbole für Wohlstand, Glück und Wohlergehen.

Weihnachtliches Spanferkel

Das Hauptgericht zu Weihnachten auf Zypern ist das Spanferkel. Es wird am Heiligabend im Kreise der Familie zubereitet, und der Duft von Braten erfüllt das ganze Haus. Die einfachste Variante ist ein Spanferkel am Spieß, das über Kohlen bis zur goldbraunen Kruste gegart wird. Dieses Gericht symbolisiert Wohlstand und Familienzusammenhalt.

Eine aufwendigere Version ist Spanferkel in Wein mit Koriander. Einige Tage vor dem Fest wird das Fleisch in trockenem Rotwein mit Salz und Gewürzen mariniert, anschließend getrocknet und geräuchert. Diese Methode verleiht dem Gericht ein intensives Aroma und erinnert an Delikatessen aus den traditionellen zypriotischen Dörfern. Man sagt, dass Spanferkel in Wein Frieden, Gesundheit und Wohlstand ins Haus bringt.

Heute bereiten viele Familien statt eines ganzen Spanferkels Schweinerippen, Souvlaki oder Aufläufe mit Kartoffeln und Koriander zu — der Kern der Tradition bleibt jedoch gleich: aromatisches Fleisch soll die Familie an einem Tisch versammeln.

Vasilopita — der Neujahrs-Glückskuchen

Vasilopita ist ein traditioneller Neujahrskuchen, der dem Heiligen Basilius (Agios Vasilis) gewidmet ist, dem lokalen Gegenstück zum Weihnachtsmann. Vor dem Backen wird immer eine Münze in den Kuchen gelegt — ein Symbol des Glücks. Wer das Stück mit der Münze bekommt, wird das ganze Jahr über glücklich und erfolgreich sein.

Der Legende nach versteckte der Heilige Basilius beim Verteilen des Reichtums der Reichen an die Armen Münzen im Brot, damit niemand wusste, wer wie viel bekam. So entstand die Tradition, den „Glückskuchen“ zu backen.

An Neujahr legen die Zyprioten ein Stück Vasilopita und ein Glas Wein unter den Baum für den Heiligen Basilius, um ihn zu besänftigen und Wohlstand anzuziehen. Am Morgen versammelt sich die Familie am Tisch, schneidet den Kuchen und beginnt ein fröhliches Orakelspiel — wer im neuen Jahr Glück hat.

Die moderne Vasilopita gibt es in verschiedenen Varianten: Mürbeteig, Biskuit oder Hefeteig, aber in jedem spürt man den Geist des Festes und die heimelige Atmosphäre.

Xerotiana und Loukoumades — Süßigkeiten zum Fest der Heiligen Erscheinung

Am 6. Januar, dem Fest der Heiligen Erscheinung, bereiten die Zyprioten besondere Leckereien zu — Xerotiana (dünne frittierte Brötchen) und Loukoumades (Honig-Donuts). Diese Desserts symbolisieren Reinigung und Freude und dienen als eine Art „Gabe“ an die Geister.

Früher war es in den Dörfern üblich, einige Brötchen auf das Dach zu werfen, um böse Geister zu besänftigen und das Haus für ein ganzes Jahr zu schützen. Heute überlebt die Tradition nur noch in Form eines köstlichen Desserts — Loukoumades werden mit Honig, Zimt und Nüssen serviert, und in manchen Familien werden sie draußen gebraten, um Nachbarn und Gäste zu bewirten.


Fazit: Festliches Essen auf Zypern ist nicht nur Kulinarik, sondern ein Teil der spirituellen Kultur. Jedes Rezept ist mit Glauben, guten Wünschen und familiären Werten verbunden. Mit der Zubereitung von Spanferkel, Vasilopita oder Loukoumades kann man das Herz der zypriotischen Tradition berühren und die wahre Atmosphäre der Winterfeiertage erleben.

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