Cyprus, Nicosia

Erhürman: Keine neuen Pläne für Zypern, Fokus auf konkrete Schritte

28.04.2026 / 09:27
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Der türkisch-zyprische Führer Tufan Erhürman erklärte, dass er keinen neuen umfassenden Friedensplan für die Zypernfrage erwarte, und betonte die Notwendigkeit, sich auf praktische Maßnahmen und Fortschritte in den kommenden Monaten zu konzentrieren.

In einem Interview mit dem Fernsehsender SIM stellte er fest, dass die aktive Beteiligung von UN-Generalsekretär António Guterres, trotz des Endes seines Mandats im Dezember, ein Zeitfenster für verstärkte diplomatische Bemühungen öffnet. Laut Erhürman wird ab Juli eine neue Welle von Verhandlungsaktivitäten erwartet, die etwa fünf Monate dauern könnte.

„Es gibt keine Erwartungen, dass ein Plan ähnlich dem Annan-Plan erscheinen wird. Es ist wichtig, konkrete Ergebnisse bei Themen zu erzielen, die bereits jetzt gelöst werden können“, erklärte er.

Als einen der Schwerpunkte nannte er die Eröffnung neuer Übergangspunkte. Ihm zufolge wurden bereits Gespräche über vier solcher Punkte unter Beteiligung der UN geführt, und eine Einigung sei möglich. Besonderes Augenmerk legte er auf die Notwendigkeit, den Übergang im Gebiet Agios Dometios zu entlasten, sowie auf die Route zwischen Athienou und Aglantzia, die seiner Meinung nach für beide Gemeinschaften wichtig ist.

Erhürman betonte auch, dass die türkisch-zyprische Seite zu einem konstruktiven Dialog bereit sei, die vorgeschlagenen Lösungen jedoch seiner Meinung nach bei der griechisch-zyprischen Seite keinen Anklang fänden.

In Bezug auf das Lösungsmodell bezeichnete er die politische Gleichheit erneut als Schlüsselelement. „Ohne sie würden sich die türkischen Zyperer in der Position einer Minderheit befinden“, bemerkte er und fügte hinzu, dass eine rotierende Präsidentschaft Teil eines künftigen Abkommens sein müsse.

Gleichzeitig mahnte er, übersteigerte Erwartungen zu vermeiden, und betonte, dass Fortschritte nur durch konkrete Schritte und gegenseitige Kompromissbereitschaft möglich seien.

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