Im Sommer sind auf Zypern Einschränkungen der Wasserversorgung möglich: Die Reserven in den Stauseen bleiben kritisch niedrig
Trotz relativ zufriedenstellender Niederschlagsmengen im Januar wachsen auf Zypern die Sorgen über mögliche Einschränkungen der Wasserversorgung im Sommer. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: den niedrigen Füllstand der Stauseen und Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Entsalzungsanlagen.
Nach Angaben des zyprischen Wasserentwicklungsdepartments lag der Gesamtfüllstand der Stauseen am 28. Januar 2026 bei 12,1 %. Zum Vergleich: Am selben Tag des Vorjahres betrug der Wert 26,1 %.
Experten betonen, dass anhaltende und intensive Niederschläge erforderlich sind, um die Lage deutlich zu verbessern; andernfalls bleiben die Wasserreserven für den Sommer unzureichend.
Ein zweiter schwerwiegender Risikofaktor sind Verzögerungen bei der Installation und dem Start von Entsalzungsanlagen. Bereits im Oktober 2024 hatte die Regierung dem parlamentarischen Agrarausschuss mitgeteilt, dass bis Juni 2025 im Gebiet Garyllis in Limassol eine mobile Anlage mit einer Kapazität von 10.000 Kubikmetern pro Tag in Betrieb gehen werde. Die Anlage ist jedoch bis heute nicht in Betrieb.
Eine ähnliche Situation besteht bei einer zweiten Anlage gleicher Kapazität, die für den Hafen von Limassol angekündigt wurde.
Scharfe Kritik an der aktuellen Lage äußerte der Vorsitzende der Wasserbehörde von Limassol (EOA), Yiannis Tsouloftas. In einem Interview mit Cyprus Media erklärte er, dass die Wasserversorgung Limassols heute in hohem Maße von den Wetterbedingungen abhänge, insbesondere von den Wasserreserven der Stauseen Kouris und Germasogeia.
Seinen Angaben zufolge deckt die stationäre Entsalzungsanlage in Episkopi weniger als die Hälfte des Bedarfs der Stadt, während Nikosia, Larnaka und Famagusta weitgehend durch Entsalzung versorgt werden.
„Wenn es in naher Zukunft keinen nennenswerten Zufluss in die Stauseen gibt, werden Einschränkungen bei der Trinkwasserversorgung sehr wahrscheinlich“, betonte Tsouloftas.
Er kritisierte zudem das langsame Arbeitstempo des Staatsapparats und wies darauf hin, dass das Problem der Wasserknappheit bereits seit 2023 offensichtlich sei, der Staat jedoch in drei Jahren keine einzige neue Entsalzungsanlage in Betrieb genommen habe – mit Ausnahme einer mobilen Anlage aus den VAE auf Initiative des Präsidenten.
Das Wasserentwicklungsdepartement teilte mit, dass sich die mobilen Entsalzungsanlagen im Gebiet Garyllis und im Hafen von Limassol im Bau befinden und im März in Betrieb gehen sollen; es werde jedoch versucht, den Betrieb bereits im Februar aufzunehmen.
Wie der leitende Beamte Michalis Michail erklärte, sei die Ausschreibung für eine Anlage mit einer Kapazität von 10.000 Kubikmetern pro Tag, die im Sommer in Episkopi installiert werden soll, bereits abgeschlossen und die Vertragsunterzeichnung werde vorbereitet. Diese Anlage sowie zwei weitere in Vasiliko und Ayia Napa werden nach einer kürzlichen Entscheidung des Ministerrats eine erhöhte Kapazität erhalten.
Kürzlich genehmigte das zyprische Kabinett ein sechstes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Wasserkrise mit einem Gesamtvolumen von 31 Mio. Euro für das Jahr 2026. Die Strategie basiert auf drei Säulen:
- Ausbau der Entsalzungskapazitäten — neue mobile und schwimmende Anlagen, darunter ein Projekt in Mazotos mit einer Kapazität von bis zu 40.000 Kubikmetern pro Tag sowie eine schwimmende Anlage in Germasogeia.
- Reduzierung der Wasserverluste — Notfallarbeiten und Erneuerung der Netze mit staatlicher Unterstützung (bis zu 300.000 Euro für jede Wasserbehörde).
- Senkung des Verbrauchs — eine Informationskampagne mit dem Ziel, den Wasserverbrauch im Vergleich zu 2025 um 10 % zu senken, sowie die Bereitstellung wassersparender Geräte für Haushalte und staatliche Einrichtungen.
Die Behörden betonen, dass die kommenden Monate entscheidend sein werden, um strenge Einschränkungen der Wasserversorgung im Sommer zu verhindern.
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